Wenn man die Geschichte von Großeutersdorf betrachtet, sollte man auch einen Blick auf die Zeit werfen, die bislang etwas verdrängt oder zumindest nicht mit einer solchen Aufmerksamkeit bedacht wurde, wie andere Epochen der Ortsgeschichte, die Zeit des Nationalsozialismus. 
Anders als in Kahla (1930) oder Orlamünde (1932) erfolgte die Gründung einer Ortsgruppe der NSDAP für Großeutersdorf erst 1933. Die treibenden Kräfte waren jedoch nicht in Großeutersdorf sondern in Kleineutersdorf ansässig. Überhaupt ist festzustellen, dass sich in Großeutersdorf, bis auf einige Ausnahmen, die Begeisterung für die nationalsozialistischen Organisationen immer etwas mehr in Grenzen hielt, als jenseits der Saale. Das verdeutlichen beispielsweise auch die Ergebnisse von Reichstagswahlen und anderen Abstimmungen. 
 
Der NSDAP-Stützpunkt wurde bereits im April 1933 zur Ortsgruppe erhoben. Erster Ortsgruppenleiter wurde der Hauptinitiator der Gründung, der Kleineutersdorfer Lehrer Herbert Stölzner. Leiter der Großeutersdorfer Zelle dieser Ortsgruppe war von 1933-45 der Bürgermeister Werner Schmidt.
Bezüglich der Mitgliederzahlen der Ortsgruppe haben sich nur wenige Nachweise erhalten. Bekannt ist noch, dass die Großeutersdorfer Zelle im Jahre 1938 durch 26 Neuaufnahmen von 17 auf insgesamt 43 Parteigenossen wuchs. 
Einige Männer des Dorfes waren auch in der Sturmabteilung (SA) organisiert. Diese Formation war gewissermaßen eine parteieigene Armee. Die SA Einheiten dienten zunächst vor allem als Saalschutz. Später bestanden ihre Aufgaben in der Durchführung von Sammlungen, internen Sport- und Schießwettkämpfen und in der Begleitung verschiedener NSDAP-Veranstaltungen.

Die Landwirte und Bauern wurden im Reichsnährbund zusammengefasst. Auf örtlicher Ebene nannte man diese Organisationsform Ortsbauernschaft. Schlagworte wie "Erbhof" oder "Blut und Boden" stammen aus jener Zeit. Die Funktion des Ortsbauernführers hatte in Großeutersdorf von 1934 bis 1945 stets Walter Große inne.
Die nationalsozialistische Erziehung der jungen Generation erfolgte innerhalb der Hitlerjugend. Die meisten männlichen Jugendlichen aus Großeutersdorf gehörten den Einheiten von Jungvolk und Hitlerjugend an. Die Organisation der weiblichen Jugend im Jungmädelbund und Bund Deutscher Mädel war ähnlich strukturiert. 
Sportwettkämpfe, Sammelaktionen, Zeltlager, Fackelzüge und andere Veranstaltungen gehörten zum Programm der einzelnen Einheiten. Jungen wie Mädchen trugen Uniformen und führten Dienstgrade. In der unteren Stube des Gemeindehauses wurde 1933 ein Zimmer für das Jungvolk eingerichtet, das man bald als Jugendheim Großeutersdorf bezeichnetet.
Auch für die Frauen sah das NS- System eine Einheitsorganisation vor. Diese wurde als NS-Frauenschaft bezeichnet. Maßgebliche Unterstützung bei der Gründung einer solchen Ortsfrauenschaft in Großeutersdorf kam von der Frauenschaft Orlamünde, die auch eine entsprechende Patenschaft übernahm. Am 26. Jaunar 1934, nach anderen Angaben erst im Dezember 1935, wurde die hiesige Frauenschaft ins Leben gerufen. Als Leiterin der Frauenschaft in Großeutersdorf war von der Gründung bis 1945 Olga Weidner tätig. Mütterschulung, Kochkurse usw. zählten zu den wichtigsten Aktivitäten der Frauenschaft. 
Am 3. Mai 1933 wurde die Nationalsozialistische Volkswohlfahrt gegründet. Eine spezielle Ortsgruppe wurde im September gleichen Jahres ins leben gerufen. Die Arbeit beinhaltete eine Vielzahl von Aufgaben. Die Regelung von Pflegeschaften und die Einrichtung eines Erntekindergartens 1940 lagen beispielsweise in der Zuständigkeit dieser Organisation.

Mit dem Einzug amerikanischer Truppen am 13./14. April 1945 fand die Zeit der nationalsozialistischen Organisationen in Großeutersdorf ihr Ende.