Die Kirche von Großeutersdorf, eine Gründung des Orlamünder Grafenhauses, wird bereits Ende des 12. Jh. erwähnt. Sie erhebt sich malerisch im oberen Ortsteil. Der massive Chorturm trug über Jahrhunderte einen Fachwerkaufbau mit Walmdach. Im Jahre 1842 erhielt er einen neuen, achteckigen Oberteil mit Laterne. Teile des Turm-Mauerwerks stammen noch aus romanischer Zeit, das Chorgewölbe sowie die schönen Fischblasenfenster sind spätgotisch. Eingeschossene Emporen umlaufen auf drei Seiten das mit einer Flachdecke überspannte Langhaus Der Innenraum erhielt 1890/91 seine letzte bauliche Erneuerung. Das eindrucksvolle, riesige Kreuz hinter dem Altar steht aber erst seit 1940 dort, nachdem der gotische Korpus im Turmboden geborgen werden konnte. Die Kanzel ist ein Werk des 17. Jahrhunderts. An der Chor-Ostwand finden wir beiderseits des Fensters Schnitzfiguren angebracht. Die Linke, eine "Schmerzensmutter" des beginnenden 13. Jahrhundert, war früher mit Schwertern in der Brust dargestellt. Heute sind allerdings nur noch die Löcher sichtbar. Rechts steht eine Maria mit dem Jesuskind aus dem 15. Jahrhundert. 

Das dem Heiligen Georg geweihte Großeutersdorfer Gotteshaus war ursprünglich im romanischen Stil erbaut. Lediglich die beiden unteren Geschosse des Kirchturmes, einschließlich der tonnengewölbten Krypta unter dem Turm, sind aus dieser Bauperiode erhalten geblieben.

Neben der kirchlichen Funktion diente das Bauwerk einst auch als Zufluchtsstätte bei feindlichen Überfällen auf den Ort. Gegenüber den Lehmhütten des Dorfes war es mit seinen festen Mauern ein verteidigungsfähiger Rückhalt für die Dorfbewohner. Die dicken Mauern des mit mehreren Schießscharten versehenen Turmes zeugen noch heute von dem wehrhaften Charakter des Bauwerkes.

Kirche 1843 
In spätgotischer Zeit (15. Jahr.) erfuhr die Kirche zahlreiche bauliche Veränderungen. So wurden der Chorraum mit einem Kreuzgewölbe und dem Lamm als Schlußstein versehen sowie drei Spitzbogenfenster in den Chor eingebaut. Auch der  Sakramentschrein an  der Nordwand des Chores ist spätgotisch. Die beiden heute noch vorhandenen Glocken stammen aus dem 16. Jahrhundert. Die große Glocke mit Namen Dorate wurde 1506 von Hans Obentbrot und die andere 1582 von Eckhard Kuchner gegossen. Eine ehemals noch vorhandene kleine Glocke wurde 1834 umgegossen, so dass das Alter und der Schöpfer im Dunkeln blieben.
Die kleine Glocke musste im Jahre 1917 zu Kriegszwecken abgegeben werden. Eine an ihrer Stelle im Jahre 1937 neu angeschaffte Glocke ereilte 1942 dasselbe Schicksal.

Der Friedhof der Gemeinde, der sich seit Erbauung der ersten Kirche bei dieser befand und den man in den Jahren 1785, 1868 und 1890 immer wieder vergrößert hatte, wurde nach der im Jahre 1906 erfolgten Anlegung des noch heute genutzten Friedhofs nicht mehr belegt.

Arbeiten an der Kirche:

1634

Erneuerung des Turmoberteils mit Walmdach

1688/89

Reperaturarbeiten am Dach und an der Kirchhofsmauer, Erneuerung der Kirchbergstufen

1819

Einbau größerer Fenster im Kirchenschiff

1842

Bau des verschieferten Turmoberteils mit Laterne

1890/91

Neubau des Kirchenschiffes Anstelle des romanischen Vorgängebaus

1907

Einbau der neuen Turmuhr

1913

Installation einer elektrischen Beleuchtungsanlage

1950

Instandsetzung von Dach und Fenster

1986

Generalreperatur des verschieferten Turmoberteils

1990/91

Dachinstandtsetzung, Elekto-, Maurer- und Malerarbeiten im Krichinneren